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Wo sind all die Kettensägen wenn man sie braucht?

So. Mittwoch. Miiiiiittwoch. Noch 2 Tage dann ist Wochenende. Drei Wochen mit Wyschnewski habe ich überstanden. Kann man schon stolz sein, finde ich.

Zusammenfassung: Nach zwei Tagen kannte ich Wyschnewskis Lebenslauf. Unfreiwillig. Nach vier Tagen, kannte ich den Lebenslauf aller Menschen in ihrer Umgebung. Kurzum man redet gern. Aaaaber das ist nicht alles. Sie strukturiert gerne um und der Satz: "Das ist von uns jahrelang optimiert wurden." ist anscheinend kein ernstzunehmender Fakt. Also wanderte der Drucker in den Empfangsbereich, in der Küche ist nichts mehr an seinem Platz, Vorlagen sind in neuen "sinnvolleren" Dateien gespeichert und was Sie aus unserem Lager gemacht hat, muss ich erst verarbeiten bevor ich es in Worte fassen kann. Bin grenzgereizt.

Komme gerade von einer Besichtigung mit einem jungen Paar, das entsetzt festgestellt hat, dass eine 1-Zimmer-Wohnung nur 1 Zimmer hat. Damn crazy world. Schleiche mich ins Büro. Schleiche!!! Habe Angst Wyschnewski hört mich bevor ich mir nen Alibi-Telefonhörer als Ohr halten kann. Klappt nicht. "Haaaach Frau Löffler, Super das Sie wieder da sind. Können Sie mir helfen?" Leider nein, ich bin kein promovierter Psychiater. "Was ist denn?" "Na, der Herr Baumann hat ja nächste Woche seinen 40. Geburtstag." "Ja, weiß ich." Mist, vergessen. "Ja und ich wollte gerne was besorgen und fragen wieviel jeder dazu geben sollte." Fassungslos. Ich. Wortfindung unmöglich. Das ist mein Kollege, seit 5 Jahren. Meins meins meins. Ich suche aus. Ich sammle für ihn. Wenn ich dran denke. Bevor ich was sagen kann kommt Katrin dazu. "Frau Wyschnewski, wir kennen Herrn Baumann entscheidend länger als Sie, also überlassen Sie die Geburtstagsplanung jemanden der ihm näher steht als der Pizzabote." Ich liebe diese eloquente Göttin. Wyschnewski tritt ab. Katrin schaut mich an. "Leg dir mal ein Rückgrat zu." Hasse diese fiese Zippe.

Sitze über einem Exposé für die schlimmste, verbauteste, lauteste und dunkelste Wohnung ever. Ever ever. Vermisse Dschungelcamp. "Sven?" Ruhe. "Sveheheheeeeeen?" Sven lehnt sich hinter seinem Monitor vor. "Was hat mein Zuckerbsenpüree Hase?" "Ein heißes Fahrgestell. Aber davon abgesehen, weiß ich nicht wie ich die Wohnung in der Bachstraße schön reden soll." "Das verbaute Loch an der Bundesstraße mit den Messi-Nachbarn?" "Jep." "Mhhh, na wie wäre es mit 'verbautes Loch, an Bundesstraße mit Messi-Nachbarn und der geilsten Tapete der Welt' und in Klammern 'Tapete kann übernommen werden'."Habe nicht wirklich eine ernsthafte Antwort erwartet. "Frag Steve, ich lass den immer meine Exposés schreiben." Hab mich ehrlich gewundert warum die in letzter Zeit so gut klingen.

Klopf klopf. "Stevchenlein..." Steve liegt mit dem Kopf auf dem Tisch. Die Arme hängen an der Seite runter. Es grumpft. "Ja?" "Geht's dir nicht gut." "Sehe ich aus als ginge es mir gut?" Steve, ehrlich gesagt siehst du immer ein wenig verschoben aus. Auf charmante Art und Weise... Sag ich mal. "Willst du ne Aspirin?" "Süße, was willst du denn?" Wyschnewski unterbricht ihr barbarisches gehämmer auf die bedauernswerte Tastatur. "Hab ich da etwa was verpasst?" Grinst mich augenzwinkernd an. Ignoriere sie. "Steve ich weiß nicht wie ich die Wohnung in der Bachstraße schön reden kann." Es erhebt sich langsam. Ließt sich meine Notizen durch. Legt die Stirn in Falten. Rümpft die Nase. "Für mich ist das eine in der Bauweise kreativ gestaltete Wohnung mit abwechslungsreicher Nachbarschaft in verkehrsgünstiger Lage." Man sollte ihm einen Preis verleihen.

Kurz vor Feierabend. Wyschnewski schiebt sich grinsend durch die Türe. Brauche einen Türsteher. "Ich wollte nicht stören." Dann mach es doch auch nicht. "Ich brauche mal einen Tipp." Mit EINEM Tipp wirst du nicht weit kommen. "Herr Schwert will mit mir zwecks der ersten Zeit hier reden." Warum kommt die zu mir. Wirke anscheinend zu freundlich. Werde zukünftig immer eine surrende Kettensäge griffbereit haben. "Kann ich denn irgendwas machen um ihn von mir zu überzeugen?" Suuuurrrrr, suuuurrrrrr. "Naja, keine Ahnung." "Mhhhh, wie haben Sie sich denn damals den Job geschnappt." Der Schwert hat verzweifelt jemanden gesucht. "Ich war fleißig und..." Ha, Geitesblitz "... und ich war immer seeeeehr ruhig. Effektiv habe ich am
Anfang mit kaum jemandem hier gequatscht." Ein Wink mit dem Zaunspfahl. Wyschnewski überlegt kurz. "Naja, wir können ja morgen noch mal ausführlicher darüber reden. Jetzt ist Feierabend." Zaunspfahl war nicht ausreichend. Kettensäge scheint effektiver.

5.3.14 23:31

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Liv / Website (6.3.14 00:05)
Großartig! Also ... wenn man es nur lesen darf, und nicht live erleben muss, versteht sich.

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